Einführung zu AMATEURFUNK

Autor Josef Rohner HB9CIC / Version 28. Februar 2014

Links auf diese Webseite sowie Verwendung dieses Textes,
auch auszugsweise, nur nach Genehmigung durch den Autor
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Was ist Amateurfunk? Ist Amateurfunk Nostalgie? Warum fasziniert Amateurfunk auch im Zeitalter des Internets noch?
Auf diese und viele andere Fragen findet der Besucher hier Antworten und Erklärungen.
Viel Spass!


Amateurfunk, Faszination und Motivation


Stell Dir vor, wie schwach das Licht einer Taschenlampe ist. Die Leistung von nur 3 Watt reicht knapp aus um damit nachts einige Meter weit zu leuchten. Kannst Du Dir auch vorstellen, dass man mit diesen 3 Watt Leistung eine Funkverbindung über Hunderte oder sogar Tausende von Kilometer herstellen kann? Amateurfunker haben oft den Eindruck die Physik überlistet zu haben, denn das kann tatsächlich funktionieren, das ist Faszination pur. Dies und viele andere Aspekte machen Amateurfunk zu einem einmaligen, sehr weiten Betätigungsfeld für technisch interessierte Personen. (c) HB9CIC


Amateurfunk ist bestens dazu geeignet das Interesse an der Technik zu wecken und zu fördern. Jugendliche, die Amateurfunk betreiben und sich dadurch technisches Wissen aneignen, haben in der Berufswahl oft entscheidende Vorteile. Das Bestehen der Prüfung für die Zulassung als Amateurfunker ist zudem die Bestätigung für ein persönliches Engagement, auf das man wirklich stolz sein kann. Es war schon immer cool ganz besondere Fähigkeiten zu haben von denen andere nur träumen können.

Unser Hobby fördert die Kenntnisse über technische Zusammenhänge und erleichert jungen Menschen den Einstieg in die Grundlagen der Elektronik und Elektrotechnik zu finden. Viele haben davon profitiert und sind über diesen Weg später einem technischen Beruf oder zu einer Ingenieur- oder naturwissenschaftlichen
Ausbildung gekommen. (c) HB9CIC

HB3YTG

Amateurfunk erleichtert den Einstieg in viele Berufe der Elektro-, Elektronik- und Kommunikationsbereiche. Hobby und Beruf ergänzen sich dabei oft ideal, denn beide Bereiche stützen sich auf viele identische Grundlagen. Das trifft im besonderen Mass auch für den Einsatz von IT-gestützten Anwendungen und Systemen zu, die an den meisten Funkstationen längst selbstverständlich sind. Funkamateure sind innovative Leute, die neue Techniken kennenlernen und anwenden wollen.

Computer werden sehr vielfältig eingesetzt. Führen eines Logbuchs für die Funkkontakte, Fernsteuerung der Funkstation, Verfolgung von Flugbahnen der Amateurfunksatelliten und die Realisierung von digitalen Betriebarten sind nur einige
der möglichen Möglichkeiten. (c) HB9CIC


Amateurfunker treffen sich in lokalen Vereinen mit Kollegen aus sehr unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen. Diese Kontakte sind ideal für den intensiven Austausch von Erfahrungen und Wissen in offenen Diskussionen. Gegenseitige Hilfe beim Antennenbau, beim Eigenbau von Geräten und bei anderen Gelegenheiten ist selbstverständlich. Sehr wertvoll ist die Pflege der Kollegialität, denn sie fördert die soziale Kompetenz jedes einzelnen. Sehr beliebt sind Treffen in Kombination mit kulinarischen Höhepunkten, dies nur am Rande bemerkt.

Wie in anderen Bereichen gelten auch im Amateurfunk weltweite Vorschriften und Empfehlungen. Mit dem Begriff "Ham-Spirit" ist der Ehrencodex der Funkamateure umschrieben, die Definition des freundlichen Umgangs untereinander. Link: Ham-Spirit (c) HB9CIC


Amateurfunk erfordert kreatives Denken und Handeln. Zudem ist ein bestimmtes Mass an Fachkompetenz notwendig um sich im weltweiten Funkverkehr sicher bewegen zu können. Jeder der regelmässig seine Funkstation einsetzt kann sich diese Fähigkeiten aneignen. Je mehr Training, umso mehr Erfolg ist hier im gleichen Sinn zutreffend wie in vielen anderen Bereichen des Lebens auch. (c) HB9CIC


Einzelne Amateure oder ganze Gruppen nehmen an nationalen und internationalen Funkwettbewerben teil. Es gilt innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Funkverbindungen abzuwickeln. Mit Einsatz und Ausdauer ist es durchaus möglich an einem solchen Event innerhalb weniger Stunden 100 Länder und alle Kontinente zu erreichen. Diese Veranstaltungen fördern die Fähigkeiten im Operating, in der Praxis des Funkens. Auch hier steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Spass und kulinarische Highlights kommen dabei nicht zu kurz, denn Amateurfunker lieben die Pflege der Kollegialität in einer gemütlichen Atmosphäre.

Funkwettbewerbe werden von den Landesverbänden ausgeschrieben. In der Schweiz ist das die Union Schweizerischer Kurzwellenamateure USKA, in Deutschland der Deutsche Amateurradio Club DARC. (c) HB9CIC

Video: Helvetia Kontest 7'20"
Video: 10m Kontest 2009 3'20"


Amateurfunk findet nicht nur zu Hause sondern auch in der freien Natur statt. Kleine handliche Funkgeräte begleiten uns auf Ferienreisen und Wanderungen, sind in Autos und auf Schiffen eingebaut und können auf der Grundlage internationaler Abkommen oder mit den entsprechenden Gastlizenzen in vielen Ländern der Welt verwendet werden.

Einzelne Funkwettwerbe müssen von Funkstation aus bestritten werden, die temporär an einem Standort ausserhalb von Ortschaften aufgebaut werden. Antennen, Funkgeräte, Notstromaggregate und viel Zubehör sowie die notwendige Energieerzeugung werden an teilweise abgelegenen Standorten betrieben.



Amateurfunk ist vielfältig

Der Amateurfunk ist ein wichtiges Entwicklungsfeld für neue und zukunftweisende Technologien und Verfahren der Informationsübermittlung. Daran hat sich seit den Anfängen der drahtlosen Kommunikation bis heute nichts geändert. Seit der Erfindung der Morsetelegrafie und dem Sprechfunk haben während den letzten Jahrzehnten viele neue digitale Formen der drahtlosen Kommunikation Einzug gehalten. Die Tatsache, dass eine Funkverbindung über Kontinente hinweg selbst mit geringem technischen Aufwand möglich ist, fasziniert uns immer wieder aufs Neue.

Der Computerfreak findet hier ebenso Entfaltungsmöglichkeiten wie auch der gewandte Bastler. Eine der Exklusivitäten dieses Hobbies ist die Möglichkeit elektronische Geräte selbst bauen und auch betreiben zu dürfen. Dieser Eigenbau hatte früher einen sehr hohen Stellenwert, ist heute jedoch durch ein sehr umfangreiches kommerzielles Angebot weitgehend ersetzt worden. Der Funkamateur ist aber heute noch ein Tüftler und "Erfinder". Schon der Aufbau der eigenen Funkstation erfordert Kreativität und die Entwicklung von eigenen Ideen für technische Lösungen in den verschiedensten Bereichen.

Für viele ist dieses Hobby ideal, um Fremdsprachen trainieren zu können. Es gibt jedoch die Möglichkeit mit anderen Amateurfunkern in aller Welt in Kontakt zu treten, ohne dass man der Sprache des Partners mächtig ist. Dazu kommt die gute alte Morsetelegrafie zum Einsatz.





Der Weg zum Amateurfunk





Viele der Amateurfunker sind eher zufällig auf dieses exklusive Hobby gestossen. Andere haben den Einstieg über die berufliche Ausbildung gefunden, und wieder andere sind in Rahmen einer militärischen Ausbildung mit der drahtlosen Kommunikation erstmals in Kontakt gekommen. Jeder hat seinen ganz persönlichen Werdegang.

Amateurfunker haben als Grundlage ihrer Tätigkeit eine Prüfung zu bestehen. Sie ist in der Schweiz beim Bundesamt für Kommunikation BAKOM abzulegen und umfasst grundlegende Bereiche der Elektrotechnik und der Elektronik sowie Vorschriften über den Aufbau und den Betrieb der Funkstation. Link: Prüfungsvorschriften. Rufzeichen, die mit dem Präfix HB3 beginnen, werden an Inhaber der Einsteigerlizenz zugeteilt. Damit wird der Betrieb auf 2m und 70cm möglich. Ab dem 1. Januar 2008 sind in der Schweiz zudem die Kurzwellenbänder 160m, 80m, 15m und 10m freigegeben worden wobei die Leistung auf 100 Watt limitiert ist. Für die "grosse HB9-er Lizenz" sind die Anforderungen an der Prüfung höher. Sie ermöglicht jedoch den uneingeschränkten Betrieb auf allen zugeteilten Frequenzbereichen.

Die notwendigen Kenntnisse kann man sich entweder in entsprechenden Schulen, in Fernkursen oder durch den Besuch von Kursen aneignen, die von einigen Sektionen der USKA angeboten werden. Informieren Sie sich bitte auf den entsprechenden Webseiten bzw. durch direkte Kontakte mit den entsprechenden Organisationen. Für die Aktivität auf Kurzwelle ist der Nachweis für die Fähigkeit des Aufnehmens und Gebens von Morsezeichen seit dem Jahr 2003 nicht mehr notwendig. Die Morsetelegrafie wird jedoch weiterhin als traditionelle Betriebsart gepflegt.

Links: ILT Schule Zürich , USKA Union Schweizerischer Kurzwellenamateure

Einfacher geht's fast nicht! Seit einiger Zeit sind iPhone-Apps für beide Lizenztypen erhältlich. Ob iPod, iPhone oder iPad, laden Sie sich dieses Angebot für einige wenige Franken herunter. Viele Funktionen gewährleisten ein effizientes Lernen. Erhältlich sind die beiden Apps im iTunes-Store.

Link: Lizenz HB3 QR-Code Link: Lizenz HB9 QR-Code



Der erste Kontakt mit Amateurfunk

Wahrscheinlich ist beinahe jeder schon einmal mit Amateurfunk "in Kontakt" gekommen. Mit Radiogeräten, die Kurzwellenbereiche aufweisen, kann man auf einigen Bereichen seltsame, kaum verständliche Stimmen oder Morsesignale hören. Die Signale sind eher schwach und viele davon liegen sehr nahe zusammen. Zu hören sind die verschiedensten Sprachen, dazu oft zirpende, pfeifende oder andere nicht identifizierbare Aussendungen. Das können Signale von Amateurfunkstationen sein.

Ideal ist der persönliche Kontakt mit einem aktiven Amateurfunker. Wer mit offenen Augen durch Städte und Dörfer geht und den Blick über die Dächer schweifen lässt, hat meistens schnell Erfolg. Amateurfunkstationen benötigen Antennen, vertikale Stäbe oder auffällige, oft recht umfangreiche Konstruktionen. Amateurfunker sind offen und gerne bereit Fragen zu beantworten.

Lokale Vereine sind ebenfalls ideale Kontaktpunkte. Auf der Homepage der Union Schweizerischer Kurzwellenamateure USKA sind die Adressen und Homepages der regionalen Vereine zu finden. Anfragen können auch direkt an das Sekretariat der USKA gerichtet werden. Teilen Sie in jedem Fall Ihren Wohnort mit, damit Sie mit Informationen an die nächstliegende Kontaktstelle verwiesen werden können. In der USKA Sektion Schaffhausen sind unverbindliche Besuche jederzeit willkommen. Kommen Sie auf uns zu, wir freuen uns sehr Sie informieren und beraten zu können.

Links: Liste USKA Sektionen , USKA Sektion Schaffhausen , Mail an Sekretariat der USKA




Die Betriebsarten

Unter den Betriebsarten verstehen wir die verschiedenen technischen Möglichkeiten der Informationsübertragung.

Die älteste Betriebsart ist die Telegrafie (Morsen). Morsen ist im Kurzwellenverkehr nach wie vor sehr verbreitet. Das Morsealphabet, erfunden durch Samuel Morse, wird heute noch in unveränderter Form angewendet. Hier kommen international genormte Abkürzungen zur Anwendung, sozusagen ein "Amateurfunk Esperanto". Dadurch kann die benötigte Zeit zur Übermittlung von Mitteilungen sehr kurz gehalten werden. Zudem können Personen miteinander kommunizieren die sich mit keiner gemeinsamen Sprache treffen können. Dazu ein Beispiel:

Telegrafie: tnx fer ufb qso / hpe cuagn / best 73 bedeutet im Klartext: Danke für die ausgezeichnete Verbindung / Ich hoffe, Sie wieder zu treffen / die besten Grüsse

Warum ist die Telegrafie heute noch so aktuell?
Ein kurzer Exkurs in rechnerische Überlegungen, die sich nie ändern. Die Bandbreite eines Telegrafie-Signals beträgt nur etwa 1/10 der Bandbreite, die für eine Sprechfunkverbindung (SSB) notwendig ist. Die Stärke des Signals bei der Gegenstation nennt man Feldstärke. Mit Telegrafie benötigen wir nur 1/10 der Sendeleistung um mit gleicher Feldstärke empfangen zu werden. Eine andere Interpretation ist: Mit Telegrafie und einer bestimmten Sendeleistung überbrücken wir Distanzen, die mit Sprechfunk nicht möglich sind. Der technische Aufwand zur Erzeugung eines Morsesignals ist viel geringer als für die Aufbereitung der Modulation von Sprechfunk. Lieberhaber von kleinen Leistungen (QRP) sind deshalb bevorzugt in Telegrafie anzutreffen.

Telefonie, auch Sprechfunk genannt, ist die Kommunikation in offener Sprache. Hier wurde durch die technische Entwicklung die Amplitudenmodulation (AM) durch die Einseitenbandtechnik (SSB) abgelöst. Frequenzmodulation (FM) finden wir bevorzugt auf Frequenzen oberhalb 144 Megahertz sowie in einigen Bereichen des 10m-Bandes. Verbindungen in Sprechfunk erfordern von den Beteiligten entsprechende Sprachkenntnisse.

Die digitalen Betriebsarten sind Entwicklungen, die in ihrer Vielfalt erst mit der Verbreitung der Computertechnik möglich wurden. AMTOR, PACTOR, Packet Radio und PSK31 sind nur einige davon. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass mit geringer Sendeleistung sehr grosse Distanzen überwunden werden können. Eine ganz spezielle digitale Betriebsart ist die Übertragung von farbigen Bildern mittels Amateurfunkfernsehen (SSTV) auf Kurzwelle.

So hören sich digitale Betriebsarten an. Einfach anklicken und zuhören: Telegraphie (CW) / PSK31 / Packet Radio / RTTY / SSTV / AMTOR / ...und weitere



Die Funkstation

Jeder Funkamateur wird seine Station nach seinen persönlichen Vorstellungen und Möglichkeiten aufbauen. Die Vielfalt an Varianten ist unerschöpflich. So gibt es als Minimalvariante das kleine Funkgerät, das in einer Ecke der Wohnung ganz unauffällig auf seinen Einsatz wartet. Glücklich der Amateur, der ein eigenes Zimmer für die Funkstation zur Verfügung hat. Solche Räume strahlen eine Mischung von Gemütlichkeit und Faszination aus die man erlebt haben muss. Allen Varianten ist jedoch etwas gemeinsam: Die technischen Komponenten wurden mit viel Fachkompetenz ausgewählt, gekauft und werden gehegt und gepflegt. Oft sind sowohl sehr moderne Geräte wie auch nostalgische Sende-Empfänger an der selben Station zu finden.

Wie teuer ist eine Funkstation? Man kann durch die Verwendung von gebrauchten Geräten (Occasionen) und einfachen Antennen mit relativ kleinem Aufwand eine funktionstüchtige Station aufbauen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Jeder entscheidet für sich selbst, wieviel er investiert, genau gleich wie beim Kauf eines Autos.

Übrigens: Das Bild des Amateurfunkers, der mit aufgesetztem Kopfhörern bis tief in die Nacht hinein an einer schwach beleuchteten Funkstation sitzt, ist gar nicht so falsch!!!

Funkstation im Nachtbetrieb / Bild Quelle: Rolf Hellbeck DK1DN





Die Antennen

"Ohne Antenne kein Funkverkehr" ist keine Erfindung der Amateurfunker. Bedingt durch die physikalischen Grundlagen der drahtlosen Kommunikation ist eine geeignete Antenne ein Muss. Amateurfunkantennen sind im Vergleich zu Fernsehantennen meistens recht gross, für Kurzwellen oft sehr gross. Im Gegensatz zu den kommerziellen Diensten (Fernsehen, Radio, Natelnetze etc.) können Amateurfunkstationen mit viel kleineren Sendeleistungen betrieben werden. Durch den Einsatz von entsprechenden Antennen und Empfängern mit äusserst hoher Empfindlichkeit ist es möglich mit geringsten Sendeleistungen grosse Distanzen zu überbrücken und sogar andere Kontinente zu erreichen. Für den Aufbau einer Antennenanlage bestehen keine Standards, jedoch sehr umfangreiche technische Vorschriften. Ausgerichtet auf die Platzverhältnisse, die benützten Frequenzen, die geografische Lage und die örtlichen Rahmenbedingungen werden die Installationen individuell konzipiert.

Besonders im Bereich der Antennen kommt der experimentelle Charakter unseres Hobbies zum tragen. Antennenanlagen werden zur praktischen Umsetzung der theoretischen Grundlagen sehr oft verändert und optimiert. Grundsätzlich gilt: Je länger eine Antenne ist und je höher diese positioniert werden kann, desto geringer ist die notwendige Sendeleistung um einen bestimmten Ort auf der Erde zu erreichen.

Antennen werden oft kritisch beurteilt und erwecken Vorurteile, die jedoch unbegründet sind. Die Leistung einer Antenne nimmt im Quadrat zum Abstand ab. Alle Handys halten heute die maximal zulässige Belastung von 2 Watt/kg Körpergewebe bei weitem ein, auch wenn das Handy direkt am Ohr ist. Bereits bei einem Zentimeter Abstand zum Ohr fällt die Belastung auf weniger als die Hälfte und bei 3-4 cm liegt sie bereits weit unter 10% des Maximalwertes! Genau gleich verhält es sich bei einer Antenne auf Nachbars Dach oder auf einem Mast. Die Belastung durch eine Antenne mit einer Sendeleistung von 100 Watt in nur 10m Entfernung liegt bereits 10x tiefer als bei einem Handy mit nur 1 Watt am Ohr. Diese Erkenntnis kann durch Messung nachgewiesen werden und überrascht viele Leute.


Amateurfunk Antenne / Bild Quelle: Dieter Hoffmann DK8VD





Amateurfunk und Sport

In der Tat, es gibt auch sportliche Varianten diese Hobbys. Da ist vor allem die Fuchsjagd zu nennen. Füchse müssen bekanntlich gesucht und gefunden werden, bevor man sie erlegen kann. Genau gleich läuft auch die Fuchsjagd per Funk ab, nur sind die Füchse hier Miniatursender, die irgendwo im Gelände versteckt sind. Die Jäger tragen keine Gewehre oder sonstige Waffen, sondern vielmehr Peilgeräte, um damit die Richtung zu den Füchsen zu bestimmen. Die Peilergebnisse werden auf eine Karte übertragen, um anschliessend die Zielpunkte anlaufen zu können, vergleichbar mit einem Orientierungslauf OL. Es finden nationale wie auch internationale Fuchsjagden statt. Als Toppveranstaltung gilt die Weltmeisterschaft in dieser Sparte.

Weniger mit körperlicher Kondition als mit Ausdauer haben Funkwettbewerbe zu tun. Solche Anlässe werden regional oder weltweit ausgeschrieben. Es ist das Ziel, innerhalb einer bestimmten Zeit eine möglichst hohe Anzahl von Funkverbindungen abzuwickeln. Ein gutes Resultat erreicht nur, wer seine Funkgeräte beherrscht, intensiv die aktuellen Ausbreitungsbedingungen studiert hat und sich mit grosser Sicherheit im Funkbetrieb bewegen kann. All diese Fähigkeiten werden unter dem Begriff Operating zusammengefasst. Beinahe jedes Wochenende findet irgendwo auf der Welt ein Funkwettbewerb statt. Solche Veranstaltungen eignen sich hervorragend, die eigenen Fähigkeiten zu testen und zu fördern. Sie dienen auch der aktiven Verteidigung der weltweit zugeteilten Frequenzbereiche.






Amateurfunk, Faszination und Exklusivität






Um den Amateurfunk ernsthaft ausüben zu können, ist ein persönliches Engagement notwendig. Die Zufriedenheit der Aktiven zeigt sich in der Tatsache, dass die meisten sehr lange dem Hobby treu bleiben. Selbst nach vielen Jahren bleibt die Faszination der drahtlosen Kommunikation bestehen. Kontakte mit Freunden in anderen Kontinenten, die kulturelle und politische Grenzen überwinden, begeistern uns immer wieder. Das Gespräch mit dem Schiffsfunker in Asien, Funkverbindungen über Amateurfunksatelliten, Telegrafieverbindungen nach Südamerika und andere Kontinente oder Kontakte mit einsamen Inseln irgendwo im Pazifik gelegen, sind nur einige der möglichen Höhepunkte.

Als Sternstunden des Hobbies kann man Verbindungen mit Verkehrsflugzeugen bezeichnen, die von lizenzierten Amateurfunkern geflogen werden. Zu dieser Kategorie gehören auch Kontakte mit der International Space Station ISS.

Für eine erfolgreiche Funkverbindung sind Faktoren entscheidend wie der Zustand der elektromagnetischen Schichten um die Erde, die Tageszeit, die Betriebstechnik bzw. das Operating des Funkers und natürlich auch die technische Konfiguration der Funkstation. Eine Garantie für das Zustandekommen einer Verbindung gibt es nicht. Gerade deshalb ist jede Funkverbindnung etwas Besonderes. Amateurfunker erweitern laufend ihre Fähigkeiten durch Vertiefung der Kenntnisse in den technischen und theoretischen Segmenten.

Selbst in der International Space Station ISS wird Amateurfunk betrieben. Dieses Video Link: Video ISS (in english) gibt einen Einblick in die Umgebung "an Bord" sowie das Operating der Station unter dem Rufzeichen NA1SS.

Amateurfunker betreiben ein einmaliges und äusserst vielfältiges Hobby, das der Pflege der grenzüberschreitenden Freundschaft und damit der weltweiten Verständigung der Völker dient.



Amateurfunker im Dienst der Öffentlichkeit

Amateurfunker verfügen über exklusive Fähigkeiten. Verschiedensten Organisationen rekrutieren deshalb ihr Personal aus unseren Reihen. So bestehen bestimmte Spezialeinheiten der Armee mehrheitlich aus Amateurfunkern. Viele unserer Kollegen waren irgendwo auf der Welt im Einsatz für das International Rote Kreuz IKRK oder die Schweizerische Katastrophenhilfe. Schon oft konnten Amateurfunker in Notfällen weltweit Hilfe organisieren oder die Verbindung zwischen Katastrophenorten und Einsatzkräften sicherstellen.

Mitglieder der Union Schweizerischer Kurzwellenamateure USKA haben sich im Bereich "Notfunk" organisiert. Informationen dazu gibt es hier: Link: Notfunk USKA

Amateurfunker setzen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten für die Öffentlichkeit ein.



Public Relations

Amateurfunk findet kaum öffentlich statt. Die Ausstellungsstation im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern mit dem Rufzeichen HB9O ist eine der Ausnahmen. Link. Nach einem Neubau der Ausstellungshalle ist die Funkstation 2010 mit einem neuen Konzept wieder aktiv geworden. Funkbetrieb findet jede Woche Dienstag, Samstag und Sonntag statt. Besucher haben die Möglichkeit selbst an der Station aktiv zu sein. Video HB9O on the air. - Selbstverständlich versuchen wir, bei geeigneten Möglichkeiten unser Hobby vorzustellen. Informationen an Schulen, Bereitstellung von Stationen am weltweiten Pfadfinder Funk-Event "Jamboree on the air" und Ausstellungen jeglicher Art sind ideale Ansatzpunkte.

Die Union Schweizerischer Kurzwellenamateure USKA und die Verbände anderer Länder betreiben aktiv Public Relations. Im Sortiment der Zeitschriften findet man am Kiosk auch einschlägige Literatur, die meist monatlich erscheint. Die bekannteste Zeitschrift im deutschen Sprachraum ist Funkamateur. Viele Bücher zu Amateurfunk im Allgemeinen wie auch zu den einzelnen Fachbereichen bieten eine gute Grundlage sich zu informieren. Eine unerschöpfliche Quelle von Informationen zum Thema Amateurfunk ist selbstverständlich auch das Internet.

Besuchen Sie auch die Webseite des Verbandes Ihres Heimatlandes. Links: Schweiz, Österreich, Deutschland




Definitionen

"Amateurfunkstationen dienen dem Amateurfunkdienst, einem technisch experimentellen Funkdienst, der die Verwendung von Erd- und Weltraumfunkstellen einschliesst und der von Funkamateuren für die eigene Ausbildung, für den Verkehr untereinander, für die Durchführung von Not- und Katastrophenfunkverkehr und für technische Studien betrieben wird."

"Amateurfunk ist eine besondere Art der Kommunikation, die auf der ganzen Welt als Hobby betrieben wird. Amateurfunk ist eine politisch und konfessionell neutrale Tätgigkeit und kann für kommerzielle Zwecke nicht eingesetzt werden. Die Konzessionsbehörden der einzelnen Länder regeln die entsprechenden Details in Abstimmung mit weltweit geltenden Vorschriften. In der Schweiz ist das Bundesamt für Kommunikation BAKOM die für den Amateurfunk zuständige Instanz."

Link: Bundesamt für Kommunikation BAKOM


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